Mittwoch, 25. Dezember 2013

#Vom Schatten ins Licht


Weihnachtsgedanken
Aus dem Roman Vom Schatten ins Licht             

Jemand hatte ein Schälchen Weihnachtsplätzchen auf den Tisch
gestellt. Letztes Jahr Weihnachten hatten Caro und Matea keine Lust auf Plätzchen.
Meistens sah Caro die Lichterketten und den Glanz durch eine Tränen verschwommene Wand zerfließen.
Weihnachten kauerte sie in ihrer Lieblingsposition mit dem Rücken an den Heizkörper, abwesend.
„Caro, iss doch wenigstens ein paar Plätzchen!“
beantwortete sie mit Desinteresse. An den festlich gedeckten Tisch ließ sie sich widerwillig nieder, stocherte lustlos im Festessen herum. Die eine oder andere gefüllte Gabel landete eher zufällig in ihrem Mund und wurde wiedergekäut.
„Caro schmeckts dir nicht?“ Worauf Caro wieder in ihr Zimmer taumelte, sich in die kratzige Wolldecke wickelte und sachte wie ein Grashalm im Wind hin und her wogte. Kurz darauf  Zuflucht in ihrem Bett suchend. Was ihre Mutter mit den Worten:
„Caro reiß dich mal zusammen!“ kommentierte.

Caro rollte sich auf ihre Schlafseite. Mit den Augen folgte sie dem gebastelten Schneeflocken Mobile, das durch die Heizungsluft sanfte drehende, schwingende Bewegungen machte und schlief ein.