Donnerstag, 12. November 2015

#Wortkarg #Rezension

Rezension

Eine vorsichtige, fragile Annährung an Chlebnikov und St. Petersburg.
Mit Elementen Worten die viel Raum lassen für eigenen Gedanken, 
Meinungen die aber sanft anstoßen möchten.

Anne Seidels kristallklar, flüsternde, durchscheinende Worte lassen
eine tiefe Sehnsucht erahnen. Ihre Wortwahl ist vorsichtig gekonnt mit viel Pausen, 
Stille zwischen den Worten. Sie  werden ihrem Gegenüber nicht einfach so
über gestülpt. sparsam ja Wortkarg ist ihre Sprache.
Gestrandet im wortleeren Raum hängen geblieben im Zwischenraum zwischen
Tag und Nacht.

Wodurch ich zu ein paar Zeilen inspiriert wurde: Wortkarg

Schwere Samt Vorhänge sperren die wild, wirbelnden Schneeflocken aus.
In der Ecke des Zimmers liegt eine nackte Puppe mit eingedrückten Augen
Transparente Mauern Kobaldblaue Schlafaugen verblichene Lippen
verschlossener Mund ein Stofffetzen vom Sommerkleid im verfilzten Haar
-Wortkarg
Mohnrote Blüten auf weißen Chiffon Mohnrote Blüten auf weißen Chiffon