einsilbige botschaften über
Schnee das vergessen weiß
kalt namenlos
wie es im schlaf tief sinkt
der kalte ostwind es mit sich
trägt aufgereihte schneemänner
gebaut von kindern mit glühenden
wangen sprache erkaltet
Schnee das vergessen weiß
kalt namenlos
wie es im schlaf tief sinkt
der kalte ostwind es mit sich
trägt aufgereihte schneemänner
gebaut von kindern mit glühenden
wangen sprache erkaltet
den Alltag zwischen den
Worten den Kostümen der
grellen Beleuchtung einfach
nur da sein mit dem Schmetterling
auf der Fingerspitze
Erdbeeren sind mehr eine
Erinnerung der Moment der alles
miteinander verbindet wie auf
einem Plakat auf den großen
Bühnen der Welt
Manchmal sitzen wir still in
unserem Lieblingscafe das
Notizbuch weit offen wartend
wartend auf die Kostbarkeit
des Augenblicks den Wasser-
tropfen der schillert wie ein
Juwel
die abgrümde des
blaus einer getriebenen
auf der suche nach einem
schwarzen fell dem geruch
des sommers dem wohligen
prickeln unter den fußsohlen
einem schiefen lächeln in
der menge der winkenden
hand
an die wand gepinnte collagen
des gesterns häuser mit geschichte
gesichter am nachmittag straff
geflochtene haare zahnloses
lächeln gut polierte schuhe
intensiver zimt geruch
weiße nelken erblühen
in lauen spanischen
nächten schwarze haare
straff zurück gekämmt
mit dem glanz vom fell der
rennpferde gallopieren vor und
zurück in Gedanken
vergessen das brennende
gefühl der fremdheit
gedämpfte stimmen
gebetskerzen flackern
im schutz schatten der
kapelle etwas verloren im
rausch des zimtgeruchs
unbeantwortete rufe gebete zwischen
verschwitzten laken tag und nacht
draußen nährende stille die straßen wie
ausgestorben nicht mal ein dösender hund
scharlachrote rosen betören peitschen ans
fenster ansonsten steht die welt eine weile
lang still
die nähte durchlässig
die bruchstelle aushalten
lernen die urgewalt des
sommers tragen auf der
haut der stirn im herzen
alt bekannt die schwere
längst verflossen unter
dem schützenden schirm
der hand in die weite
gleißende landschaft geblickt
sommerkörper changieren über
kamillefelder in schlängelnden
bewegungen dem himmel entgegen
mit den schwalben vergessen die
schwerkraft
sommer wogende gräser
der ruf der freiheit zwischen
mauern
frei wie am anfang frei wie
die unschuld frei wie wir uns noch
nie gefühlt haben auf dem langen
weg der suche so voller narben
die poren weit geöffnet ertrinken
im grün der wälder im schutz der
haut des schattens der illusion
der träume der unberührtheit der
brombeerblüten atmend diese
freiheit mit zerkratztem handrücken
Den inneren Kern vergraben unter
Apfelblüten schräge Saxophonklänge
übertönt vom Wellenrauschen
Versteck spielende Kinder Babys eng
am Körper getragen zufrieden murmelnd
Strandgutsammler die zerzauste Federn
weggespülte Worte geschliffenes Glas
und Flip Flops finden
Aufgereiht auf den Fäden der Zeit
wänden kleiderstangen voller kleidung meistens
aus wolle energeigeladene musik voller
lebensfreude erfüllt den raum mutter und
tochter sehen mich aus schrägen ozeanblauen
mangaaugen an silberschmuck und accessoirs sind
zu entdecken 2nd hand steht auf dem Schild
eine verbinndung aufbauen zu den dingen die
wir auf der haut tragen wie eine zweite
wolle wärmemd anschmiegsam haltbar
als würde uns ein fell wachssen
irgendwann habe ich aufgehört
die sommer zu zählen
der morgen in falten gelegt
hinterm fenster
den zopf der ahninnen weiter
geflochten mit schweren rotem
haar
unzählige sommer sind gespeichert
im blutplasma und den bleichen
knochen
steinobst leuchtend flaumig
rosen üppig pastell betörend
intensiv rot der gipfel ist erreicht
es hat sich noch nicht soviel
geändert unsere worte gehen
aneinander vorbei wie erdbeer
und lakritzgeschmack
der lebenspuls der mohnfarbend
zirkuliert über die haut streicht
das herz berührt sanft schwingt
zwischen dem alltäglichen asphalt
und geschäftigkeit
Tief wurzeln im Sommer
Geflochtene Gräser um
Körper geschlungen aus
Mohnblüten Farbe für das
Wintergrau
Klebrige schwere in Mulden
unter Eichen wo sonst die Rehe
schlummerten da gabst du mir
deine Hand
Meine Hand ganz winzig im
kalten salzigen Wasser die
Angst wie ein Vogel auf der Schulter
Glühende Sonne soweit das Auge
reicht verbrennt der Sehnsucht-
pochen rot rhythmisch die Brust
sich hebt und senkt
rharbarber ware toll wenn
es nicht regnet das satte
schläfrige gefühl lullt mich
ein das bienenlied und der
sanfte honigwind wiegen
mich
zwischen den atemzügen das
gestern die ewige sehnsucht
nach strand und meer tief
verankert
längst verklungen das ausgelassene
lachen der kirschmund schweigt
mit den blüten des
blauregens fallen die
tage zu boden welken
wie unsere hände sie
greifen ins leere greifen
das blau der unbefangenheit
den morgen auf der
haut das violett ist
verblasst geruchlos
das haus hat blaue türen
es riecht nach maiglöckchen
unterm walnussbaum die
weißen hühner die zimmer
schweigen verschwörerisch
es fällt wenig licht herein
der holzbalkon ist morsch
die treppe knarrzt
in den zimmern ein sammel
surium aus jahrzehntten
papierkraniche fliegen
im windzug
wie ein kleinkind unterm
weißen gestirn auf der
suche nach dem mond
der vertrauten hand
kreistänze lachen ebbt ab
gestrandete hände
neben sanduhren
die schwarzen leeren
flecken bleiben im
gedächtnis dort wo einst
ein roter strom floss
zischelte richtung osten
verbeugte sich gen süden
gierig gab sie ihre haut preis
empfing das getöse des windes
mit weit geöffneten armen
balancierte auf dem seil der
freiheitsliebenden über den
abgrund der vergangenheit
Hinaus ziehen mit den Vögeln
über Rapsfelder zwischen den
rauen Wollmänteln fand ich
Verstecke ohne Worte mit
geschlossenen Augen angelehnt
an deine Brust dein flatterndes
Vogelherz wehte im grünen
Frühlingsband
In der Tiefe erblühen unsere
Herzen und wurzeln in den
erwachenden Wäldern
so ein abtasten mit den augen der
stimme eine suchbewegung abgleichen
ein tiefes spüren hinter und zwischen
dem gesagtem ein wiedererkennen
des kindlichen wesens
der wunsch nach nähe wahrer begegnung
und regentagen
spurensuche abdrücke vergangener zeiten
mit wackelzahn auf dem einrad im
schneegestöber
den sicherheitsabstand wahren dazwischen
blitzt eine kleine hand auf rote gummistiefel
plüschtiere fest an kleine körper gedrückt
kirschohrringe blumenkränze hexenbesen
fingerabdrücke hinterlassen im seelengrund
plastikblumen auf wellenbewegungen
der asphalt strahlt wärme ab
sprachmelodien gestrandete tage an land
angeschwemmtes strandgut vertäute
gefühle bunte plastikseile gebleicht porös
zerfranst treiben lassen so ohne ziel
bei leichtem wellengang mit dem spannugs-
gefühl wenn der getrocknete schlick ab bröselt
mit Wildnis im Blick
Wildnis zwischen zwei Flügelschlägen
einem Anflug von gelb üppigen
Kirschblüten
Dem eigenen Spiegelbild entfliehen
Rahmenloses Sein unterm freien
Himmel
wir drehen uns im kreis spüren
dem anfang und dem ende nach
tauchen durch tintenblaues wasser
fühlen das verschwinden und verblassen
betreten verschwundene räume
der süßliche geruch nach getrockneten urin
öffnen fenster weit zu blühenden gärten
sonnensplitter mit dem bloßen
auge eingefangen das farbspektrum
die wucht geschwindigkeit und fülle
der frühlingssinfonie tief inhalieren
einfangen bannen auf fotos diese
winzigen momente schönheit
überschwemmen unser sein
am abend dem himmel beim dunkeln
zusehen
Blüten Finger auf Lippen gepresst
Dem neuen Sommer entgegen
zwischen den Buchdeckeln trocknen
Veilchen
Ich bin wechselwarm liege
auf kalten Steinen verändere
meine Farbe
In den Furchen der Erde
die Tristesse der Tage
Orange auf feucht warmen Stränden
Grün im alltäglichen
Flammemdes Rot die Freude
Kleine und große Momente voller
Wellengang Salzgeschmack und
ausgelassenes Leben nach des
Winters Blässe
zurück bleiben gläserne momente
festgehalten im flachen atem die
fingerspitzen berühren magnolien
im weitergehen splittert grünes glas
zaghafte balance zwischen den tagen
dem frühling wärmenden decken dem
morgenkaffee
dieses stolpern im kopf aufgefangen
von deiner verlässlichkeit
umspült von mandelgeruch der cherry
plum blüten
wie eine offene wunde mit zärtlichkeit
berührt
fließen durch kaltes salziges gewässer
fließen von heute zu morgen von
gestern zu heute den kopf über wasser
mit orangen schwimmflügeln und salzwasser
brannte im mund hals und augen beine die
die bewegung übten
ordentlich mit dem müden Blick
Die Münder verschlossen ein blinzeln
in die Sonne
Die kleinen Körper aufrecht zurecht
gerückt bewegungslos
Eigene Welten umspült von einem
Lächeln nach strengen Vorgaben
Winzige Hände möchten sammeln
Gänseblümchen Steine Federn und
Erfahrungen den Frühling pflücken
wenn sie uns begegnet im
drängen der kätzchen im
räkeln der katze auf sonnen
warmer mauer
im flüchtigen vorübergehen
des struppigen hundes an der
langen leine und der wehende
poncho die wilde zerzauste mähne
im offenen van nah am fluss
flinke finger auf trommelfellen
dem fenster und ums haus herum
im wald die bäume verstellen den
blick in die weite
doch da ist ein ganz leises dazwischen
dort hinter dem wald an der elbe
endloser blick doch es sträubt sich etwas
in mir ist eng fest gefahren wartet auf
erlösung befreiung den frühlilng
Das Klappern von Getränkekisten
in schmalen frühen Gassen
Wo der Tag von neuen beginnt
unentdecktes unerschlossenes
mit weichen schritten federnden
gang die sonne wie ein brennglas
auf kalter haut schwarze löcher
auf landkarten brennt und unbeschriebene
körperregionen
aufgebrochene starre erdkruste
gebündelte kälte eiszeit rinnt
in bläulichen bächen aus
körpern heraus
schrittfolge mit der leichtigkeit
den glöckchen mit weißen
köpfchen
blassgelbe blüten an wintermüde
gesichter gepresst
kalte stunden ewigkeit
dem ende entgegen wehen
aufbruch träume wünsche
verschlossen in schweren
holztruhen wartend
wann das spiel der sonne
von neuen beginnt der
leichtigkeit wehender kleider
es war wie stolpern
es war wie verwüstung
alles ist plötzlich neu
das leuchten der bernsteine
im dunkeln atemwellen
umspülen schlafende
körper ohne gewicht
leerstellen aufgefüllt mit
weichen weißen flocken
wenn die weite näher rückt
das flüstern laut wird die
nächte lang die körper kalt
müde und hungrig die
hoffnung mit den schneeglöchen
beginnt
everything is made of snow
the white heart of winter
out of the window the
blackberry bush is covered
with snow
nature held in the ice hand
waiting for warmth
Ich streife meine Schneehäute
ab und erhebe mein Haupt
Irre durch fremde Wälder
mein weißes Tattoo brennt auf
meiner Haut
Im Cafe mit blau gestrichenen
Wänden verschwinden im Gemurmel
der Zeit
Stillgelegte Bahnhöfe bieten Raum
für Kultur an der Wand hängt eine
Uhr ohne Zeiger die Räume sind hoch
und weit irgendwo spielt ein Klavier
und unter dem Dach rattern Nähmaschinen
zuhause fühlend in weißer
leere erinnern an verblühte
sommer farbenmeere
blau gefrorene schmale
lippen flockentanz
körperbemalung eisblumen
mit leichtigkeit schweben sie
vorm fenster
aufatmen unter daunendecken
planeten nach spuren der
wahrheit suchen unter der
kälte den kristallen im
verborgenen
eine wahrheit die alles tilgt
erklärt erfasst
sadhus aus indien bunte
bilder flackern durch mein
inneres safrangelb verwaschenes
rot höhlen verborgene wahrheit
Mein Bruders Sprache stolperte
Eine Krone zierte sein dunkles
Haupt
Meine Schwester schaute zum
Meer hinaus
Meine zweite Schwester ging
Hand in Hand mit meinen
Eltern ihr goldenes Haar im
Sonnenschein
Ich schlich mich durch abgedunkelte
Zimmer den Rücken an Heizkörper
gepresst lebte auf der Straße und
wartete darauf das meine Oma aus
dem Bus stieg
Die Sprache meiner Eltern war
aus Wasser sie spülte alles aus
mir heraus
In geheimen Büchern hielt ich
mein Selbst fest
die stoffpuppe eng an den körper
gedrückt die augen geschlossen
stille der nacht wie balsam
abstreifen verzerrte gesichter
ohne namen
die erde atmet im rhythmus
der zeiten schnee und starre
eingeigelt die wildnis fast
verschwunden bedeckt
schneekristalle zaubern
parallelwelten
jedem augenblick wohnt ein
neubeginn inne eine entscheidung
ein schritt ein tiefer atemzug
ganz unscheinbar das zurück
ziehen der gardine am morgen
der kaffee ein lächeln
schwer liegt er auf blasser Haut
Im Schneegeflüster das Selbst
entdecken das langsame Sterben
akzeptieren
Stille weiße Gedanken blau
gefrorenes Blut unberührte Flächen