Donnerstag, 16. Juli 2026

waldbaden

 





über den farnrücken hinweg

dein blick ins weite unsere

zehen graben wir in den nassen 

waldboden auf baumstämmen

schaukeln 

hören den lauten knall fallender

bäume halten den atem an

auf der lichtung ein sonnenbad

nehmend die stille kleidet uns

vollkommen aus wir riechen nach

kiefernharz auf dem heimweg


Mittwoch, 15. Juli 2026

sommernotizen


 peace

die ruhe der natur

die leere leinwand

ein erster pinselstrich

gold glühendes gras

felder

flirren von sonnen-

punkten bei geschlossenen

lidern

schwebende watteballon

wolken

Montag, 13. Juli 2026

notizen vom tag


 was bleibt ewiges warten

verwaschene erinnerungen

ein sandkorn

die ins leere starrende 

schlafaugen einer puppe


Donnerstag, 9. Juli 2026

namenlos


einsilbige botschaften über

Schnee das vergessen weiß

kalt namenlos

wie es im schlaf tief sinkt

der kalte ostwind es mit sich

trägt aufgereihte schneemänner

gebaut von kindern mit glühenden

wangen sprache erkaltet

Dienstag, 7. Juli 2026

Erdbeeren

Theaterinszenierungen für

den Alltag zwischen den

Worten den Kostümen der 

grellen Beleuchtung einfach

nur da sein mit dem Schmetterling

auf der Fingerspitze

Erdbeeren sind mehr eine 

Erinnerung der Moment der alles 

miteinander verbindet wie auf

einem Plakat auf den großen

Bühnen der Welt

Manchmal sitzen wir still in

unserem Lieblingscafe das

Notizbuch weit offen wartend

wartend auf die Kostbarkeit 

des Augenblicks den Wasser-

tropfen der schillert wie ein

Juwel
 

Donnerstag, 2. Juli 2026

notizen vom tag


 

die abgrümde des

blaus einer getriebenen

auf der suche nach einem

schwarzen fell dem geruch

des sommers dem wohligen

prickeln unter den fußsohlen

einem schiefen lächeln in

der menge der winkenden

hand

an die wand gepinnte collagen

des gesterns häuser mit geschichte

gesichter am nachmittag straff

geflochtene haare zahnloses

lächeln gut polierte schuhe

Montag, 29. Juni 2026

nelken der nacht

 




intensiver zimt geruch

weiße nelken erblühen

in lauen spanischen 

nächten schwarze haare 

straff zurück gekämmt

mit dem glanz vom fell der

rennpferde gallopieren vor und

zurück in Gedanken

vergessen das brennende

gefühl der fremdheit

gedämpfte stimmen

gebetskerzen flackern 

im schutz schatten der

kapelle  etwas verloren im

rausch des zimtgeruchs