irgendwann habe ich aufgehört
die sommer zu zählen
der morgen in falten gelegt
hinterm fenster
den zopf der ahninnen weiter
geflochten mit schweren rotem
haar
unzählige sommer sind gespeichert
im blutplasma und den bleichen
knochen
irgendwann habe ich aufgehört
die sommer zu zählen
der morgen in falten gelegt
hinterm fenster
den zopf der ahninnen weiter
geflochten mit schweren rotem
haar
unzählige sommer sind gespeichert
im blutplasma und den bleichen
knochen
steinobst leuchtend flaumig
rosen üppig pastell betörend
intensiv rot der gipfel ist erreicht
es hat sich noch nicht soviel
geändert unsere worte gehen
aneinander vorbei wie erdbeer
und lakritzgeschmack
der lebenspuls der mohnfarbend
zirkuliert über die haut streicht
das herz berührt sanft schwingt
zwischen dem alltäglichen asphalt
und geschäftigkeit
Tief wurzeln im Sommer
Geflochtene Gräser um
Körper geschlungen aus
Mohnblüten Farbe für das
Wintergrau
Klebrige schwere in Mulden
unter Eichen wo sonst die Rehe
schlummerten da gabst du mir
deine Hand
Meine Hand ganz winzig im
kalten salzigen Wasser die
Angst wie ein Vogel auf der Schulter
Glühende Sonne soweit das Auge
reicht verbrennt der Sehnsucht-
pochen rot rhythmisch die Brust
sich hebt und senkt
rharbarber ware toll wenn
es nicht regnet das satte
schläfrige gefühl lullt mich
ein das bienenlied und der
sanfte honigwind wiegen
mich
zwischen den atemzügen das
gestern die ewige sehnsucht
nach strand und meer tief
verankert
längst verklungen das ausgelassene
lachen der kirschmund schweigt
mit den blüten des
blauregens fallen die
tage zu boden welken
wie unsere hände sie
greifen ins leere greifen
das blau der unbefangenheit
den morgen auf der
haut das violett ist
verblasst geruchlos
das haus hat blaue türen
es riecht nach maiglöckchen
unterm walnussbaum die
weißen hühner die zimmer
schweigen verschwörerisch
es fällt wenig licht herein
der holzbalkon ist morsch
die treppe knarrzt
in den zimmern ein sammel
surium aus jahrzehntten
papierkraniche fliegen
im windzug
wie ein kleinkind unterm
weißen gestirn auf der
suche nach dem mond
der vertrauten hand
kreistänze lachen ebbt ab
gestrandete hände
neben sanduhren
die schwarzen leeren
flecken bleiben im
gedächtnis dort wo einst
ein roter strom floss