Freitag, 19. Juni 2026

grasnarben

 



sommer wogende gräser

der ruf der freiheit zwischen 

mauern 

frei wie am anfang frei wie

die unschuld frei wie wir uns noch 

nie gefühlt haben auf dem langen

weg der suche so voller narben

die poren weit geöffnet ertrinken

im grün der wälder im schutz der

haut des schattens der illusion

der träume der unberührtheit der

 brombeerblüten atmend diese 

freiheit mit zerkratztem handrücken

Mittwoch, 17. Juni 2026

Ebbe & Flut

 



Den inneren Kern vergraben unter

Apfelblüten schräge Saxophonklänge

übertönt vom Wellenrauschen

Versteck spielende Kinder Babys eng

am Körper getragen zufrieden murmelnd

Strandgutsammler die zerzauste Federn

weggespülte Worte geschliffenes Glas

und Flip Flops finden

Aufgereiht auf den Fäden der Zeit


Montag, 15. Juni 2026

trauma


was wirklich bleibt schicht
für schicht tragen wir das
leben ab die geblümte küchen-
tapete die mit den bären damals
die geometrische oder beruhigende 
grüne wir lernen damit umzugehen
manchmal rücken die wände
näher oder hinter geschlossenen 
türen lauern wölfe
treten von einen fuß auf den anderen
schauen in den spiegel spüren wie 
sich schicht für schicht alles verändert

Samstag, 13. Juni 2026

notizen vom tag


betrete einen raum mit kirschrot gestrichenen

wänden kleiderstangen voller kleidung meistens

aus wolle energeigeladene musik voller

lebensfreude erfüllt den raum mutter und

tochter sehen mich aus schrägen ozeanblauen

mangaaugen an silberschmuck und accessoirs sind 

zu entdecken 2nd hand steht auf dem Schild 

eine verbinndung aufbauen zu den dingen die

wir auf der haut tragen wie eine zweite

wolle wärmemd anschmiegsam haltbar 

als würde uns ein fell wachssen


 

Samstag, 6. Juni 2026

es war einmal


 

irgendwann habe ich aufgehört

die sommer zu zählen

der morgen in falten gelegt

hinterm fenster

den zopf der ahninnen weiter

geflochten mit schweren rotem

haar

unzählige sommer sind gespeichert

im blutplasma und den bleichen

knochen

Freitag, 5. Juni 2026

betörend

 






steinobst leuchtend flaumig

rosen üppig pastell betörend

intensiv rot der gipfel ist erreicht


es hat sich noch nicht soviel

geändert unsere worte gehen

aneinander vorbei wie erdbeer

und lakritzgeschmack


der lebenspuls der mohnfarbend

zirkuliert über die haut streicht

das herz berührt sanft schwingt 

zwischen dem alltäglichen asphalt

und geschäftigkeit



Montag, 1. Juni 2026

Brennglas

 



Tief wurzeln im Sommer

Geflochtene Gräser um 

Körper geschlungen aus

Mohnblüten Farbe für das

Wintergrau

Klebrige schwere in Mulden

unter Eichen wo sonst die Rehe

schlummerten da gabst du mir

deine Hand

Meine Hand ganz winzig im

kalten salzigen Wasser die

Angst wie ein Vogel auf der Schulter

Glühende Sonne soweit das Auge

reicht verbrennt der Sehnsucht- 

pochen rot rhythmisch die Brust

sich hebt und senkt