Samstag, 19. September 2026

18.09.92

 


wir kennen uns solange ich 

denken kann ein halbes leben

dein körper mein vertrauter

landeplatz in den kapriolen

beständig

du erfindest meinen namen

neu sprichst eine nie gekannte

sprache

deine herzschläge spielen 

auf meinem rippenklavier

waldgrün und tief dein blick

deine lippen wellenrauschen

Dienstag, 15. September 2026

älter werden

 



möchte tanzen im rotem 

kleid über stoppelfelder

erspüren wie die lebendig-

keit sich zurück zieht

das milde licht zeichnet 

alles weich

die tage ausschöpfen bis

zum grund dabei zusehen

wie auf deiner stirn neue

falten enstehen

den ausgetrockneten krater

der wünsche auf die zukunft

projizieren

vergessen das die zeit verglimmt

wie eine zigarette im dunkeln

Sonntag, 13. September 2026

be different

 







anders sein das erkennen

beim blick in die pupillen

der katze die dir lange zu-

gehört hat und auf die 

abgestoßenen schuhe

kleine vögel freiheit nisten

in deinen haaren

harzig und pupurfarbend

pulsiert dein blut

Dienstag, 8. September 2026

elke

der tod schleicht durch

die träume die tage

klopft an türen

nah bei uns nimmt 

schweigend mit

mit geblümter bluse

blau lackierte fingernägeln

dem sandfarbenden hund

geht sie richtung wald

sie dreht sich noch 

einmal um und ich sehe

ihr gesicht
 

Samstag, 5. September 2026

der sommer hält den atem an

 




der sommer hält dem atem an

lautlos schleichen über

gepflügte äcker die stille

zieht ein zwischen die dunklen

erdbrocken

das licht vergoldeter sonnen

ergießt sich über die kargheit

verglühte asche körper verflüchtigen 

sich stehen da mit leeren händen

Freitag, 4. September 2026

verblasster alltag


draussen in der wildnis

abseits der zivilisation

wo die zeit ein konstrukt

ist grenzen verschwimmen

mit dem bitteren geschmack

von löwenzahn im mund

ein gefühl ungezähmt frei

und wild breitet sich im

körper aus

mit jedem schritt raus

verblasst der alltag
ist

Dienstag, 1. September 2026

September

 



September

Die Sonne steigt höher

und ich steige mit an

ihrer rechten Seite

Sammle die Sonnenscherben

und setzte sie im Winter wieder

neu zusammen trockcne Beifuß

und Salbei es duftet nach Äpfeln

und ich schaue durch den dunstigen

Morgen in die Weite